Exkursion zum Bergbauernhof Lax in Rennweg - 29.05.2015

Am 29. Mai besuchten wir den wunderschön gepflegten Biobauernhof Lax in Rennweg, wo unsere Mitschülerin Theresa zu Hause ist. Theresas Eltern begrüßten uns herzlich  und  erwarteten uns mit Getränken und herrlichen, selbst gemachten Gebäck. Während wir die Köstlichkeiten genossen, erklärte uns Herr Lax wie viele Flächen an Wiesen, Weiden und Wald zum Familienbesitz gehören. Das muss natürlich alles bewirtschaftet werden, und so muss jedes Familienmitglied ordentlich mithelfen. Denn Theresa hat noch drei jüngere Geschwister, die alle so wie sie, von der Landwirtschaft begeistert sind.

Nach der ausgiebigen Erholung wurde uns von Theresa und ihren Eltern der Bauernhof vorgestellt. Zuerst gingen wir in die Selchkammer und anschließend zeigte man uns den Raum in dem gemolken wird. Beeindruckend war auch der Brotbackofen, in dem bis zu 40 Laibe Brot Platz haben. Frau Lax bäckt Brot für den Eigenbedarf und auch für den Verkauf an Nachbarn.

Der Stall, der Platz für 30 Kühe und deren Kälber bietet, war leer, da sich die Tiere derzeit auf der Weide befinden. Der Biobauernhof betreibt Mutterkuh-Haltung, das heißt, die Kälber werden von den Kühen gesäugt. Milch gewinnt die Familie für den Eigenbedarf, indem sie eine Kuh melkt. Im Sommer, wenn die Kühe und Kälber auf der Alm sind, wird eine Ziege gemolken. Somit hat die Familie das ganze Jahr über Milch von den eignen Tieren.

Der moderne Laufstall wurde neu errichtet und Herr Lax erklärte wie er funktioniert. Durch eine besondere Vorrichtung sperren sich die Kühe beim Fressen selbst ein, indem sie beim Fressen einen Holzbalken so verschieben, dass sie ihren Kopf nicht mehr raus ziehen können. Dadurch kann die Familie, während die Kühe fressen, ungestört den Stall sauber machen. Anschließend werden die Kühe wieder frei gelassen und mit den Kälbern zusammengebracht. Auch das Anrichten des Futters für die Kühe ist sehr praktisch: Im Stock über dem Stall, dem Heuboden, sind Öffnungen, die in den Stall hinunter führen. Am Abend wird das Heu bei den Öffnungen so vorbereitet, dass es in der Früh nur noch hinunter auf den Futtertisch gekehrt werden muss.

Nach der Führung durch den Stall wurde uns noch die Schlachtkammer gezeigt. Die Familie Lax produziert Fleisch, Würste und Speck und deshalb werden auch jedes Jahr zwei Schweine gemästet.

Viel Freude hat Theresa mit ihren drei Islandpferden, die wir allerdings nur aus der Ferne beobachten konnten, da sie auf der Weide waren. Frau Lax erklärte uns den Nutzen der Pferde als Reit-, Zug- und Tragtiere.

Nach einem Blick in den Hühnerstall ging es auf die Obstwiese, wo zwei Bienenstöcke aufgestellt sind. Die verschiedenen Obstbäume, wie Kirschen, Äpfel, Birnen und Zwetschgen werden von den eigenen Bienen bestäubt. Das Resultat ? viel Marmelade, Saft und natürlich alle möglichen Obstkuchen. Am Bauernhof wird auch Gemüse angepflanzt und viele Blumen schmücken Haus und Hof.

Nach einer kurzen Trinkpause hatten wir gemeinsam eine Aufgabe zu bewältigen. Wir sollten helfen die Kühe von der Weide auf die Alm zu treiben. Ausgerüstet mit Stecken stellten sich bei jeder Wegabzweigung ein paar Schüler/innen auf, um die Kühe auf dem richtigen Pfad zu halten. Andere Schüler/innen trieben die Herde von hinten an. Manchmal war es auch ganz gut ein wenig Abstand zu den Tieren zu halten, denn  diese neigten dazu ihre Geschäfte im vollen Gange vor unseren Füßen zu machen.  Nach einiger Zeit waren wir schon ziemlich müde, aber der Ehrgeiz war stärker. So trieben wir die Kühe den steilen Weg bis zur Lärchenwiese, wo sie sich sofort verteilten.

Wir stiegen mit Theresa und ihrem Vater noch weiter hinauf bis zu einem wunderbaren Aussichtsplatz mit Blick auf das ganze Tal. Wir waren so stolz, dass wir den Aufstieg geschafft haben.

Auf diesem Platz erklärte uns Theresas Vater die Verkaufsbedingungen von Biofleisch. Der Handel fordert von den Bauern Kälber mit einem Mindestgewicht von 300 Kilogramm. Dies kann aber ein Kalb, das nur auf der Weide ist, nicht erreichen. Um einen guten Preis für sein Fleisch zu bekommen füttern viele Biobauern ihre Kälber mit Kraftfutter. Herr Lax meint, dass wir als Konsumenten beim Kauf von Biofleisch wissen müssen, dass  "Bio" nicht gleich "Bio" ist. Kälber von Biobauern, die kein Kraftfutter bekommen, erreichen das erforderliche Gewicht nicht. Diese Bauern müssen ihre Kälber zu einem geringeren Preis verkaufen. So ist das wirtschaftliche Fortkommen für Biobauern, vor allem im Bergland, oft sehr schwierig.

Am Rückweg zum Hof sind wir noch bei der Schafweide vorbeigekommen und am Hof wurden wir von Australian- Sheepard "Karo"  wild begrüßt.  Auf uns wartete eine ausgiebige Jause mit Produkten aus eigener Erzeugung. Gut gestärkt mussten wir uns dann schnell auf den Weg machen, um den Bus zurück nach Spittal zu erreichen. Wir verabschiedeten uns von Theresa und ihren Eltern und bedankten uns für ihre Gastfreundlichkeit und die vielen interessanten Einblicke und Erfahrungen.

Text:  Lisa-Marie Lehner, 6C
Fotos: Theresa Lax, 6C / Mag. Angelika Staats

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