Experimentalfilm: Projekt mit der Künstlerin Laurien Bachmann - 20. bis 24.02.2012

In der ersten Woche nach den Semesterferien erstellten die Schülerinnen und Schüler der 6B zusammen mit der Künstlerin und ehemaligen Schülerin Laurien Bachmann einen "Film ohne Kamera".

Durch experimentelles Hineinkratzen und Ätzen in die Oberfläche eines Filmstreifens gestalten die Schüler/innen grafische Filmsequenzen in der Art einer Einzelbildanimation im Trickfilm. Diese Filmstreifen wurden dann im alten, manuellen Schnittverfahren geschnitten, zusammengeklebt und mit einem 16mm-Projektor projiziert. Für jede Sekunde mussten 25 Einzelbilder geritzt werden. Ein Meter Filmstreifen entspricht etwa fünf Sekunden dieses besonderen Filmerlebnisses. Die Schüler/innen waren hochmotiviert und fleißig, sie experimentierten und gestalteten schließlich in Gruppen Filmsequenzen zum Thema "Werden und Vergehen", die sie dann zu einem 2:30 min langer Film (= 30 m!) zusammenfügten. Das Ergebnis wurde am letzten Projekttag digital abgefilmt, sodass wir den Film im Rahmen des Mediendesign-Unterrichts digital nachbearbeiten und vertonen können.

Bearbeiten des 16 mm-Filmstreifens

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Außerdem gestalteten die Schüler/innen im Rahmen des Projekts individuelle "Linientagebücher", in denen sie die Vielfalt grafischer Ausdrucksmöglichkeiten durch Linien, Striche und Punkte erprobten, die dann in die grafische Gestaltung der Trickfilmsequenzen einflossen.

Um die optischen Phänomene zu verstehen, mit deren Hilfe wir eine Abfolge von Einzelbildern als Bewegung wahrnehmen können, gestaltete jede/r Schüler/in gleich zu Beginn des Projekts eine Wunderscheibe (Nachbildeffekt) und ein Daumenkino (Stroboskopischer Effekt). Sie lernten die Erfindungen der "laufenden Bilder" von den Lebensrädern und Wundertrommeln, die Experimente der Reihenfotografie von Muybridge und Marey und schließlich die Funktionsweise des Kinematographen der Gebrüder Lumière kennen, die als Geburtsstunde des Kinos in die Geschichte einging.

Wunderscheibe (Thaumatrop)

Die Möglichkeit, Film im Umgang mit altem Filmmaterial und einem Projektor "zu erfahren", hat den Schüler/innen sehr gut gefallen. "Einblick in etwas Alltägliches wie den Film zu bekommen, etwas, dass man sonst nie hinterfragt", wurde abschließend von den Schüler/innen besonders positiv bewertet. Alle waren von dem Projekt begeistert und haben durch ihren Arbeitseinsatz zum Gelingen beigetragen!

Laurien Bachmann, Projektion
u. digitale Aufnahme derselben

Ermöglicht wurde das Projekt mit der finanziellen Unterstützung des Schulkulturbudgets für Bundesschulen "KulturKontakt". Außerdem danken wir unserem Elternverein, der die Kosten für das teure vorbelichtete und gekaderte Filmmaterial übernommen hat. Ein besonderes Dankeschön aber gilt unserer ehemaligen Schülerin Laurien Bachmann, die die Idee für das Projekt hatte und mit deren Knowhow wir diese besondere Filmerfahrung machen durften!

Mag. Sandra Gebhard

Zernattostraße 10, 9800 Spittal/Drau, T: 04762/5509, F: 04762/5509-22, Email: borg-spittal@bildung-ktn.gv.at









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