Kunst- und Kulturreise der 7B nach Rom - 20. bis 26.02.2011

Mit dem Nachtzug erreichen wir Rom am Montag in der Früh.

Im Hotel Portamaggiore, das zentral gelegen ist, quartieren wir uns ein.

Der erste Tag - Orientierung finden, einleben und staunen -
ein Spaziergang durch die Weltkulturstadt - die Spanische Treppe, Gian Lorenzos Berninis Trevi-Brunnen, das Pantheon (Raffaels Grab), viele Kirchen und Erleben eines ungewöhnlichen Umgangs mit dem Tod in der Kapuzinergruft: Vor langer Zeit gestalten Kapuzinermönche aus Gebeinen ihrer Kollegen stuckähnliche Ornamente, Strukturen als Erinnerung an sie, die heute, gut erhalten, zu besichtigen sind.


Der zweite Tag steht im Zeichen "Roms in der Antike". Mit dem Bus gelangen wir zum Colosseo (Kolosseum), wo uns die Stadtführerin Agnieszka Berlin erwartet. Agnieszka lässt das Kolosseum mit ihren Geschichten für uns aufleben.

Es ist das größte, erhaltene Amphitheater der Welt. Im Jahr 79 wird es zur Unterhaltung des Volkes erbaut. Ursprünglich von Kaiser Nero in Auftrag gegeben, wird dieses Bauwerk in nur drei Jahren Bauzeit vollendet. Die Steine stammen aus umliegenden Regionen, und die Bauweise ist fortschrittlich. Jeder Stein wird mit Metallstiften versehen und die einzelnen Steine werden im Stecksystem miteinander verbunden. Tausende Sklaven arbeiten im Schichtbetrieb 24 Stunden lang. Eine große Anzahl von Eingängen rings um das Kolosseum ermöglichen den 50.000 bis 70.000 Besuchern, innerhalb kürzester Zeit ihre Plätze aufzusuchen. Die Hauptattraktionen bilden Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen - verschiedene wilde Tiere werden aus den unteren Räumen in den Bühnenraum gebracht, um gegen Gladiatoren zu kämpfen. Ziel dieser Kämpfe ist vor allem die Darstellung der Überlegenheit der Römer gegenüber unterworfenen Völkern, für die sinnbildlich die "wilden" Tiere stehen. Die Gladiatoren gelten als Superstars und werden vor allem von den Damen verehrt. Trotz ihrer sportlichen Erfolge gehören sie aber dennoch zum untersten Stand der Sklaven, was eine Beziehung zu einer freien Römerin verwehrt. Gladiatoren sind Sklaven, die an einen Herrn verkauft werden. Dieser investiert viel in dessen Ausbildung, in der Hoffnung, viel Geld mit seinen Kämpfen zu verdienen. Mit dem Tod eines Gladiators geht folglich viel Geld verloren. Wie auch heute vielfach im Wettgeschäft, gibt es den einen oder anderen, der alles verliert.

Im antiken Rom gilt das Forum Romanum als kultureller und politischer Treffpunkt. Zu dieser Zeit ist das Forum Romanum den Männern vorbehalten. Männer verfolgen dort ihre politische Karriere, oder sie wohnen Gerichtsprozessen bei. Männer stehen solange unter der Obhut des Vaters, bis er stirbt. Der Vater entscheidet über das gesamte Leben des Sohnes und kann sogar Ehen annullieren. Aus diesem Grunde sind in dieser Zeit Vatermorde sehr verbreitet. Einige wenige Frauen dürfen das Forum betreten - Prostituierte, die den Männern Abwechslung bieten sollen. Heute ist bekannt, dass diese Frauen Werbebotschaften in die Säulen einritzten. Die Prostituierten stellen in dieser Zeit auch eine Art Schutz für die anderen Frauen dar, weil Männer ihre Triebe nicht zu zügeln wissen und vielfach über Frauen herfallen. Im Falle eines Gerichtsprozesses ist es üblich, sich einen Anwalt zu nehmen. Dieser heuert dann Menschen an, die im Publikum sitzen und die Verteidigung des Gegners stören. Im Forum Romanum werden auch Gesetze beschlossen, welche in Bronzeplatten festgehalten werden. Das Forum Romanum ist ein Ort mit immenser Geschichte, der noch viele Geheimnisse in sich birgt.


Der dritte Tag beginnt sehr früh, denn wir begeben uns auf den Petersplatz, wo wir uns für die Audienz beim Papst Benedikt XVI in einer Reihe anstellen müssen. Viele Pilger, unterschiedlichste Gruppen sind dort. Unser Gepäck wird ähnlich wie am Flughafen streng kontrolliert, damit wir Einlass in die "riesige" Audienzhalle bekommen. Diese Halle füllt sich sehr schnell, und wir befinden uns inmitten vieler Nationen. Die Predigten werden in einigen Sprachen gehalten, so auch in Deutsch. Die angemeldeten Gruppen werden namentlich erwähnt und gesegnet, so auch wir. Einige Gruppen sorgen für tolle Stimmung in der Halle, denn sie singen Lieder zu Ehren Gottes und des Papstes.

Der Nachmittag führt uns in die Galleria Borghese, wo wir erneut Agnieszka Berlin begegnen. Der Weg dorthin führt durch einen wunderschönen, herzförmigen Park, der mitten in Rom liegt. Die Geschichten der Galleria Borghese und einiger bedeutender Kunstwerke werden durch die spannenden Erzählungen von Agnieszka für uns hautnah erfahrbar. Die Galleria Borghese wird von der Familie Borghese erbaut, die in dieser Villa Kunstwerke von enormem Werten sammelt. Einige der berühmtesten Skulpturen von Gian Lorenzo Bernini sind dort zu sehen, wie zum Beispiel "Apoll und Daphne", "Der Raub der Proserpina" und "David".

Am vierten Tag, Donnerstag, besuchen wir die Vatikanischen Museen, wo Agnieszka uns ausführliche Informationen gibt. Immenser Prunk und viele bedeutende Kunstwerke erwarten uns. Highlights bilden die Stanzen des Raffael, die Sixtinische Kapelle von Michelangelo Buonarrotti und der Petersdom. Die Dimensionen des Petersdoms lassen uns staunen. Unter ihm sind einige Päpste begraben. Päpste, die selig gesprochen wurden, werden direkt im Petersdom in einem durchsichtigen Sarg aufgebahrt. Es gibt z.Z. eine Baustelle im Dom, und es wird gerätselt, ob Papst Johannes Paul II selig gesprochen wird. Nach der vierstündigen Führung verabschieden wir uns von unserer qualifizierten und sympathischen Romführerin Agnieszka und begeben uns auf den Weg in die Kuppel des Doms. Mit dem Aufzug und 320 Stiegen zu Fuß, die durch sehr enge Gänge führen, gelangen wir zu einer überwältigenden Aussicht über Rom. Mit vielen Eindrücken kehren wir müde ins Hotel zurück.

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Freitag, der fünfte und letzte Tag unserer Reise, führt uns mit dem Besuch im Macro-Museum in die zeitgenössische Kunst ein. Die Architektur des Museums ist sehr modern - viel Glas, eine dunkle Fassade und interessante Raumerlebnisse erwarten uns dort. Im Gegensatz zu den anderen Museen, die wir in dieser Woche besichtigen, folgen die Kunstwerke im Museum keinerlei Richtlinien - unterschiedlichste Materialien, vielfältige Techniken und ungewöhnliche Präsentationsformen veranschaulichen uns den Wandel der Kunst im Laufe der Zeit. Die WC-Anlagen des Macro-Museums überraschen uns mit ungewöhnlichem Mobiliar, das für außergewöhnliche Raumerlebnisse sorgt.

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Ein gemeinsames Mittagessen in einem netten Lokal rundet die Reise ab.
Mit dem Nachtzug kehren wir Samstag, früh am Morgen, wieder nach Spittal zurück.

Mag. Eva Grutschnig

Zernattostraße 10, 9800 Spittal/Drau, T: 04762/5509, F: 04762/5509-22, Email: borg-spittal@bildung-ktn.gv.at









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