"Schmeckt's?" - Exkursion der 8B in die Stadtgalerie Klagenfurt - 07.10.2010

Am 7. Oktober besuchten wir, passend zu unserem Jahresthema "Essen & Trinken in der Kunst", die Ausstellung "Schmeckt's?" in der Stadtgalerie Klagenfurt.

Die ausgestellten Arbeiten waren in die Themenbereiche Essgewohnheiten, Lebensmittel, Küche, festliche Tafel und Verdauung aufgeteilt.


Zuerst sahen wir zwei Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, auf denen zwei Geistliche, der eine dick, der andere sehr dünn, zu sehen waren. Der dünne Pfarrer mit Namen Stephan Schatzl ernährte sich nur von Wasser und einer Hostie am Tag. Auf dem zweiten Gemälde war der Abt Balthasar Rauch abgebildet, der im Gegenteil zu Schatzl den ganzen Tag aß. Er war so dick, dass er sich bei der Inthronisierung von Leopold I nicht mehr vor ihm verbeugen konnte. Eigentlich hätten Mönche, Pfarrer und andere Gläubige nicht unter Fettleibigkeit leiden dürfen, da sie sich an die 150 Fastentage im Jahr halten mussten. Doch sie fanden immer neue Möglichkeiten, die Fastenregeln anders auszulegen (z.B. nachts zu essen). So wurden auch die ersten Kochbücher im Mittelalter von Mönchen geschrieben.


Das zweite Bild, das wir genauer betrachteten, trug den Titel "Tanz um die Tafel"; es war ein Holzschnitt aus der Serie "Schlaraffenland" von Lisa Huber. Es zeigte Hände, die sich nach gedeckten Tellern streckten, und soll auf den Hunger in Teilen unserer Welt hinweisen.


Auch Ausstellungsstücke der Habsburger bekamen wir zu sehen, z. B. das filigrane Teeservice der Kaiserin Sisi. Sie soll magersüchtig gewesen sein, ihr Taillenumfang betrug weniger als 50 cm. Ihr Frühstück bestand aus einem Glas Saft aus ausgepresstem Kalbfleisch, das sie "Kraftbrühe" nannte. Desweiteren wurde aus dem Stadtmuseum Wels eine alte Puppenküche gezeigt, mit der sich die Mädchen früher spielerisch auf die spätere Rolle als Hausfrau vorbereiten konnten. Die Küche bildete immer das Zentrum des Hauses und war oft der einzige geheizte Raum. Unter dem Titel "Küchenzicke" zeigte Ina Loizl Schürzen, die auf den Begriff "Schürzenjäger" anspielten. So wurde ein Mann bezeichnet, der viele Frauen hatte.

Ein weiteres Thema war die Darstellung von "Essen und Erotik". Spargel, Pilzen oder Austern sagte man eine aphrodisierende Wirkung nach. Sellerie wurde oftmals als Potenzmittel verwendet. Besonders witzig fanden wir die Arbeit von Bernhard Tragut mit dem Titel "Wie auch immer". Es ist eine Parodie auf Botticellis "Geburt der Venus" und zeigt einen kleinen Mann, der, die Unterhose herunterlassend, aus einer Sellerieknolle steigt. Ebenso überraschte uns das Werk "Naschmarkt" von Dietmar Franz, welches aus Papiersäcken besteht, die aus Sperrholz nachgebildet und bemalt sind. Erst bei näherer Betrachtung erkennt man, dass mit Bleistift viele pornographische Bilder auf die Holzoberfläche gezeichnet wurden und der Begriff "Naschmarkt" somit eine ganz neue Bedeutung erhält.

Insgesamt hat allen diese abwechslungsreiche Ausstellung sehr gut gefallen.

Nicole Stinig, Eva Stotter, Vanessa Dorfer, Hannah Gansger, Lisa-Maria Marktl, Mag. Sandra Gebhard

Zernattostraße 10, 9800 Spittal/Drau, T: 04762/5509, F: 04762/5509-22, Email: borg-spittal@bildung-ktn.gv.at









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